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Bahnanlagen und Betriebsstellen

Bahnanlagen umfassen alle Einrichtungen, die zur Abwicklung des Schienenverkehrs erforderlich sind. Bahnanlagen, die zugleich betrieblichen Aufgaben dienen, werden zudem als Betriebsstellen bezeichnet.



Allgemein

Bahnanlagen sind nach § 4 Abs. 1 EBO alle technischen und baulichen Einrichtungen und Anlagen, die unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse zur Abwicklung oder Sicherung des Schienenverkehrs erforderlich sind.


Dazu zählen alle 

  • Grundstücke, 
  • Bauwerke, 
  • sonstige Einrichtungen der Eisenbahn, 
  • Nebenbetriebsanlagen sowie 
  • Anlagen, die das Be- und Entladen sowie den Zu- und Abgang ermöglichen oder fördern.


Bahnanlagen werden unterschieden in 


Schienenfahrzeuge gehören nicht zu den Bahnanlagen.





Betreten und Benutzen von Bahnanlagen

Reisende am Bahnsteig während der Einfahrt eines Zuges

Personen auf Bahnanlagen oder in Fahrzeugen haben sich an geltende Vorschriften zu halten und Handlungen, die die Gesundheit von anderen Personen oder die Sicherheit und den Betrieb der Eisenbahnen behindern oder gefährden könnten, zu unterlassen. Zum Schutz vor Gefahren können Bahnanlagen mit Fahrgastbetrieb über Warnzeichen verfügen. Bahnanlagen, die darüber hinaus nicht dem allgemeinen Verkehrsgebrauch dienen, dürfen von unbefugten Personen ohne Erlaubnis nicht betreten und verwendet werden. Auf diese Verbote kann durch entsprechende Verbotszeichen vor Ort hingewiesen werden. 



Polizeiliche Gefahrenabwehr und Strafverfolgung

Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei vor der Wache am Augsburger Hauptbahnhof

Auf dem Gebiet der Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes (EdB) hat die Bundespolizei (BPOL) gemäß § 3 Abs. 1 Bundespolizeigesetz (BPolG) die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwehren, die den Benutzern, den Anlagen oder dem Betrieb der Bahn drohen oder beim Betrieb der Bahn entstehen oder von den Bahnanlagen ausgehen.



Die durch die Erfüllung der Aufgaben begünstigten Verkehrsunternehmen sind verpflichtet, der Bundespolizei für die erlangten Vorteile nach § 3 Abs. 2 BPolG einen angemessenen Ausgleich zu leisten.


Bürgerhinweise

Personen die Hinweise zu Vandalismus oder Gewaltkriminalität auf dem Gelände von Bahnanlagen oder in Fahrzeugen haben oder Kenntnis darüber erlangen, sollten sich unter den folgenden Kontaktmöglichkeiten an die Bundespolizei wenden oder in dringenden Fällen die Notrufnummer 110 anrufen.


Bürgerhinweise nimmt die Bundespolizei rund um die Uhr entgegen - unter:

0800 6 888 000


Bürgerhinweise können auch über das Online-Formular eingereicht werden:

Online-Formular auf Bundespolizei.de



Betriebsstellen

Betriebsstellen, abgekürzt Bst oder Betrst, sind Bahnanlagen mit betrieblichen Aufgaben. Sie dienen der unmittelbaren Regelung und Sicherung der Zug- und Rangierfahrten.



Betriebsstellen, die zur freien Strecke gehören



Betriebsstellen, die zu Bahnhöfen gehören

Große Bahnhöfe können in Bahnhofsteile (Bft) unterteilt sein.


Personenbahnhöfe (Pbf)


Güterbahnhöfe (Gbf)

  • Umschlagbahnhof (Ubf)
  • Postbahnhof (Postbf)
  • Schnellgutbahnhof


Betriebsbahnhöfe (Bbf)

  • Überholbahnhof (Übf)
  • Abstellbahnhof (Abf)
  • Rangierbahnhof (Rbf)
  • Betriebswerk (Bw)
  • Ausbesserungswerk (Aw)



Betriebsstellenverzeichnis mit bahnweit einheitlichen Abkürzungen

Alle Betriebsstellen im Schienennetz der Deutschen Bahn werden zusammen mit ihren Abkürzungen in einem Betriebsstellenverzeichnis, der Richtlinie 100 (auch RL 100 oder Ril 100 genannt), aufgeführt. Das Betriebsstellenverzeichnis dient dabei der Festlegung bahnweit einheitlicher, eindeutiger Abkürzungen für Bahnanlagen und Betriebsstellen des Netzes.

Die Abkürzungen der Betriebsstellen bestehen aus zwei bis maximal fünf Zeichen und lassen in der Regel eine Beziehung zu den zugehörigen Örtlichkeiten erkennen.


(Betriebsstellenübersicht / Ril 100 Abkürzungen)



Abkürzungen der Betriebsstellen in Deutschland

Die Abkürzung der Betriebsstellen in Deutschland werden gebildet aus:

  • der regionalen Lage (Kennbuchstabe),
  • dem Ort der Betriebsstelle und
  • der Art der Betriebsstelle.


Beispiele:

Kennbuchstabe

Ort

Art

Abkürzung

Köln

K

Aachen West

AW

Pbf

P

_

KAW  P

Stuttgart

T

Stuttgart

S

Hbf

_

_

TS


Kennbuchstaben

  • A  =  Hamburg
  • B  =  Berlin
  • D  =  Dresden
  • E  =  Essen
  • F  =  Frankfurt
  • H  =  Hannover
  • K  =  Köln
  • L  =  Halle
  • M  =  München
  • N  =  Nürnberg
  • R  =  Karlsruhe
  • S  =  Saarbrücken
  • T  =  Stuttgart
  • U  =  Erfurt
  • W  =  Schwerin
  • X/Z  =  Ausland
  • Y  =  Streckenwechsel (Strw)



Abkürzungen der Betriebsstellen im Ausland

Betriebsstellenabkürzungen des Auslands werden gebildet aus

  • dem Kürzel X oder Z,
  • dem Länderkürzel und
  • dem Ort der Betriebsstelle


Beispiel:

Kürzel

Land

Ort

Art

Abkürzung

_

X

Österreich

A

Klagenfurt

KT

Hbf

_

_

XAKT


Länderkürzel:

  • A  =  Österreich
  • B  =  Belgien (XB)  oder  Bosnien (ZB)
  • D  =  Dänemark
  • F  =  Frankreich
  • I  =  Italien
  • L  =  Luxemburg
  • M  =  Ungarn
  • N  =  Niederlande
  • P  =  Polen
  • S  =  Schweiz
  • T  =  Tschechien
  • U  =  Rumänien
  • V  =  Schweden
  • W  =  Weißrussland
  • Y  =  Slowakei
  • Z  =  Kroatien



Abkürzungen der Betriebsstellen mit Streckenwechsel

Streckenwechsel (Strw) werden an erster Stelle der Abkürzung mit einem  Y  bezeichnet.


Beispiele:

Kürzel

Kennbuchstabe

Ort

Art

Abkürzung

_

Y

München

M

Olching

MOL

Strw

_

_

YMMOL

_

Y

Köln

K

Köln Neurather Ring

KNR

Strw

_

_

YKKNR



Unterscheidung von Eisenbahnstrecken  [1]

Eisenbahnstrecken werden gemäß § 1 Abs. 2 EBO entsprechend ihrer Bedeutung nach

unterschieden.


Im Themenbereich Betriebsführung wird darauf näher eingegangen.



Fahrweg und Untergrund - Aufbau der Gleisinfrastruktur

Schienenfahrzeuge verkehren auf einer Fahrbahn, die in ihrer Gesamtheit unter dem Begriff Oberbau zusammen-gefasst wird. Der darunterliegende Erdkörper, der eine feste Konstruktions-vorlage für den Oberbau bildet, wird als Unterbau bezeichnet. 



Der Oberbau setzt sich zusammen aus einem Bettungskörper, dem sogenannten Gleisbett (in der Regel aus Schotter) und einem darin eingebetten Gleis, bestehend aus den Schienen, der Schienenbefestigung und den Schwellen


Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken und in Tunneln wird in der Regel ein schotterloses Gleisbett verwendet. Hier kommt eine Feste Fahrbahn zur Anwendung, die aus einzelnen Tragplatten mit darauf befestigten Schienensträngen gebildet wird.



(Bildquelle: DB AG)


Die Gleisinstandhaltung sorgt dafür, dass Gleisanlagen langfristig nutzbar bleiben.


Zur örtlichen Orientierung des Triebfahrzeugführers im fahrenden Zug, von Mitarbeitern der Instandhaltung und anderem Betriebspersonal sowie den Polizei- und Rettungskräften sind entlang der Strecke Hektometerzeichen aufgestellt.

Diese Orientierungszeichen geben darüber Auskunft, an welcher Position der Strecke man sich aktuell befindet.



Blockstrecken

Blockstrecken

Blockstrecken für anzeigegeführte Züge



Betriebliche Nutzung der Gleise

Hauptgleise

Durchgehende Hauptgleise

Nebengleise

Betriebsführungsgleise

Überholgleis

Kreuzungsgleis

Wendegleis

Ausziehgleis

Abstellgleis

Anschlussgleis

Gleisanschluss

Ladegleis

Rangiergleis

Stammgleis

Sandgleis

Schutzgleis



Gleisabschluss

Stumpfgleis

Prellbock



Infrastrukturseitige Bremseinrichtungen

Gleisbremse

Hemmschuh



Gleiskonstruktion

Weichen

Kreuzungsweiche

Kreuzungen



Höhengleiche Wegkreuzung

Bahnübergänge

Reisendenübergänge



Höhendifferenz

Steigerung

Gefälle



Elektrifizierung

Elektrifizierung

Oberleitung

Stromschiene



Bauwerke

Tunnel

Brücken



Sonstige Bahnanlagen

Stellwerke

Servicestellen

Werke



Baustellen

Baustellen